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DIE GESCHICHTE DER STADT

WISSEMBOURG wurde vor 13 Jahrhunderten von Benediktinermönchen gegründet, die hier eine Abtei bauten. Diese Abtei wurde im Laufe der Jahrhunderte zur bedeutendsten der Region und erlangte auch europaweit Bedeutung.

Im Jahre 868 verfasste der fränkische Mönch Otfried aus dem Unterelsass, der Scholastiker in Wissembourg war, eine gereimte Version der Evangelien (15.000 Verse) in deutsch-fränkischer Sprache. Dieses Epos mit dem Namen "Der Christ" legte einen wesentlichen Grundstein zur Herausbildung der deutschen Sprache. Die Fassade der Zehntscheuer zeigt ein Reliefbild des Mönchs.



Christ2Gegen 1070 entstand das Kirchenfenster "Der Christ von Wissembourg", weltweit das älteste noch erhaltene gegenständliche Kirchenfenster, das 1880 in Wissembourg entdeckt wurde. Es ist derzeit im Museum L'Oeuvre Notre Dame in Strasbourg zu bewundern.
Das Dorf entwickelte sich um die Abtei herum und wurde nach und nach zum Marktflecken mit eigener Wehrmauer. Die Äbte bauten Burgen an allen vier Kardinalpunkten.
Die Stadt trat 1254 dem Rheinischen Städtebund bei und gehörte ab 1354 der Dekapolis, dem Zusammenschluss der zehn Elsässischen Freien Städte, an.



Nur zu oft hatten die Weissenburger unter Plünderungen und Entbehrungen zu leiden, sie wurden das Opfer von Missetätern und Räubern. Der bekannteste unter ihnen, der Pfälzer Graf Hans von Trotha, im Volksmund „Hans Trapp", ging als tragende Figur in die elsässische Weihnachtsgeschichte ein.

1522 wurde die Reformation durch den Pfarrer der Kirche Sankt Johann in Wissembourg eingeführt und durch Martin Bucer ausgerufen.

Nach dem Westfälischen Frieden, der WISSEMBOURG unter französische Schutzherrschaft stellte, ließ sich der im Exil lebende ehemalige polnische König Stanislas LESZCZYNSKI hier nieder. Hier hielt auch Ludwig XV. um die Hand der Tochter Marie an. Die Hochzeit wurde 1725 in der Kirche Sankt Johann verkündet.

bataille2Die Weissenburger wurden von zahlreichen Kriegen und Unterdrückungen heimgesucht. Konflikte zwischen der Abtei und dem Pfälzer Kurfürsten, Religionskriege des 16. und 17. Jahrhunderts... Plünderungen und Entbehrungen setzten Stadt und Region hart zu. Nacheinander hielten die französischen, kaiserlichen, schwedischen, österreichischen, württembergischen Truppen in Wissembourg Einzug.
Die Schlacht vom 4. August 1870, die das Schicksal des Second Empire besiegelte, tobte auf dem Geisberg, wo die Division Abel Douay aufgrund der Überzahl der deutschen Soldaten fiel. Während der Befreiungskämpfe von 1944-45 wurde Wissembourg ein erstes Mal im Dezember 1944 befreit, die Allierten verloren das Gebiet erneut bis zum 18. März 1945.

Mit dem Wegfall der Grenzen, der letzte Schritt auf dem Weg zu einem vereinten Europa, erlangte Wissembourg eine Schlüsselposition in der Region Nordelsass.

 

Anhaltspunkte

Marie LESZCZYNSKA

Königin Frankreichs

Marie LESZCZYNSKA

Die Königin Frankreichs wurde am 23. Juni 1703 in Breslau, Schlesien, geboren und starb am 24. Juni 1768 in Versailles, Frankreich. Marie war die Tochter von Stanislas Leszczynski, der den polnischen Thron bestieg. Stanislas wurde 1709 entmachtet. Ins Exil verbannt, lebte er 1725 von der Barmherzigkeit des französischen Hofes in Wissembourg. Marie Leszczynska wurde unter 99 Prinzessinnen im heiratsfähigen Alter zur Gattin Ludwigs des XV. erwählt. Damit gedachte der Herzog von Bourbon seine Macht zu sichern. Er entschied sich für Marie aufgrund ihrer Armut, denn er glaubte, sie könne ihm helfen, den König zu kontrollieren. Marie bekam zehn Kinder und schenkte dem König einen Thronerben. Ludwig der XV. bevorzugte dennoch die Gesellschaft seiner Maitressen, seine Gattin nahm nicht am Tagesgeschehen des Hoflebens statt. Im Gegensatz zu Ludwig, der sich fürchterlich langweilte, liebte die Königin die Musik, sie malte ein wenig, stickte und spielte Gitarre oder Spinett. Sie starb 1768 im Alter von 65 Jahren.